Schriftzeichen fälschen

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In diesem Semester besuche ich an der SFG den Typografiekurs von Christoph Stähli Weisbrod. Letzten Montag behandelten wir ein äusserst interessantes Thema, nämlich das Fälschen von Schriftzeichen.

Schnell kamen wir auf den Fall der Bundesrepublik Deutschland zu sprechen, in welchem die Regierung im Jahre 1936 eine einheitliche Schrift für die allgemeine Öffentlichkeit entwickeln liess: Die sogenannte FF- Din wird für Orts-, Autobahn-, Eisenbahn- und meist auch auf offiziellen Hinweisschildern benutzt. Lange Zeit wurde die Schrift auch für die Kennzeichen der deutschen Automobilisten benutzt. Jedoch wurde genau diese Vereinheitlichung der Schriftzeichen auf den Nummernschilder den deutschen Behörden zum Verhängnis: Die Vereinheitlichung von Strichstärke, Schrägen und Radien, forderten Autodiebe,Schnellfahrer und sonstige Übeltäter geradezu zum fröhlichen Fälschen auf: So konnte z.B. aus einem «P» problemlos ein «B» oder aus einem «C» eine «0» resp. einen «O» entstehen.

fedinEnde der 90er-Jahren setzten sich Typografen, Psychologen, Kriminalbeamte und Grafiker zusammen, um die FS-Mittelschrift zu entwickeln, die «Fälschungssichere Mittelschrift». Da aber bald mal klar wurde dass fälschungssicher unmöglich ist, wurde dann aus FS FE, «Fälschungserschwert». Der Grundgedanke dieser Typo ist eigentlich genau der Gegenteilige der FF-Din: Jeder Buchstabe wurde spezifiziert, d.h. der obere Bogen des «B»s ist z.B. nicht gleich wie der Bogen des «P». Auch die Strichstärke und die Schrägen sind unterschiedlich. Dass die Schrift somit keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würde, versteht sich von selbst…:-)

Teste dein Talent zum Fälscher: Drucke das obenstehende Bild aus (sorry dass es nicht grösser ist) und versuche  zu erst mit Marker und Tipex das DIN-Nummernschild zu fälschen und anschliessend das FE-Schild!

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