Sep 23
In diesem Semester besuche ich an der SFG den Typografiekurs von Christoph Stähli Weisbrod. Letzten Montag behandelten wir ein äusserst interessantes Thema, nämlich das Fälschen von Schriftzeichen.
Schnell kamen wir auf den Fall der Bundesrepublik Deutschland zu sprechen, in welchem die Regierung im Jahre 1936 eine einheitliche Schrift für die allgemeine Öffentlichkeit entwickeln liess: Die sogenannte FF- Din wird für Orts-, Autobahn-, Eisenbahn- und meist auch auf offiziellen Hinweisschildern benutzt. Lange Zeit wurde die Schrift auch für die Kennzeichen der deutschen Automobilisten benutzt. Jedoch wurde genau diese Vereinheitlichung der Schriftzeichen auf den Nummernschilder den deutschen Behörden zum Verhängnis: Die Vereinheitlichung von Strichstärke, Schrägen und Radien, forderten Autodiebe,Schnellfahrer und sonstige Übeltäter geradezu zum fröhlichen Fälschen auf: So konnte z.B. aus einem «P» problemlos ein «B» oder aus einem «C» eine «0» resp. einen «O» entstehen.
Ende der 90er-Jahren setzten sich Typografen, Psychologen, Kriminalbeamte und Grafiker zusammen, um die FS-Mittelschrift zu entwickeln, die «Fälschungssichere Mittelschrift». Da aber bald mal klar wurde dass fälschungssicher unmöglich ist, wurde dann aus FS FE, «Fälschungserschwert». Der Grundgedanke dieser Typo ist eigentlich genau der Gegenteilige der FF-Din: Jeder Buchstabe wurde spezifiziert, d.h. der obere Bogen des «B»s ist z.B. nicht gleich wie der Bogen des «P». Auch die Strichstärke und die Schrägen sind unterschiedlich. Dass die Schrift somit keinen Schönheitswettbewerb gewinnen würde, versteht sich von selbst…:-)
Teste dein Talent zum Fälscher: Drucke das obenstehende Bild aus (sorry dass es nicht grösser ist) und versuche zu erst mit Marker und Tipex das DIN-Nummernschild zu fälschen und anschliessend das FE-Schild!
Mai 27
Liebe schtifte und Ausgelehrte, habt Ihr euch schonmal gefragt von wo der Ausdruck 0815 kommt? Dass er eine abschätzige Redewendung für “gewöhnlich”, “nichts besonderes” oder einfach für “standard” ist wissen wir alle, wieso man gerade 0815 sagt ist aber längst nicht allen bekannt.
Auch hier, Wikipedia hilft: 0815
Tja, wär hätte gedacht, dass dieser Ausdruck vom im 1. Weltkrieg gebräuchlichen MG-08 Sturmgewehr abstammt?

Mai 24
Letzte Woche stand an der SfG ein Typografietest auf dem Programm. Neben Mikrotypografie, der Klassifizierung der Druckschriften und den römischen Ziffern, waren auch die offiziellen Korrekturzeichen Teil der Prüfung. Offizielle Korrekturzeichen? – Ja, die gibts! Da ich trotz 12 Jahren schulbankdrücken (und nein, ich habe nicht 3-mal repetiert!) noch nie davon gehört hatte, habe ich mal 2 Deutschlehrer/innen unabhängig voneinander nach den offiziellen Korrekturzeichen gefragt. Und so wurde mir schlagartig klar, wieso jeder Lehrer immer was anderes hinter die Zeilen meiner meist fatalen Aufsätzen gekritzelt hatten: Die lieben Lehrer wissen gar nichts von diesen offiziellen Korrekturzeichen!!! Skandal, oder? Und deswegen landet dieser Beitrag auch in der “So nicht!”-Rubrik. Natürlich werde ich hier sofort Abhilfe schaffen. Die Werbeagentur “Steudler Grafik & Werbung” hat da nämlich ein tolles PDF mit allen offiziellen Korrekturzeichen ins Netz gehängt: offizielle Korrekturzeichen
Da ich möchte, dass dieser Post möglichst viele Lehrer lesen werden, habe ich den Artikel auf Wörter wie “Ritalin”, “Sommerferien”, oder “Laminiergeräte” suchmaschinen optimiert…;-)
Apr 28
Leider nicht von mir sondern aus den tiefen des Internets…Extrem cool!

Apr 05
Letzte Woche fragte mich mein Chef wie die Innenseite eines Buchdeckels in der Fachsprache genannt wird, ich hätte dies doch sicher kürzlich in der Typografie gelernt…Nein, habe ich nicht! Zum Glück haben wir da so ein altes verstaubtes Buch im Atelier rumliegen, welches sich mit Buchbänden befasst. Dieses verriet mir, dass die Innenseite eines Buches im Fachjargon “Spiegel” genannt wird. Auch wusste ich nicht dass ein Buchrücken in ein “Kopffeld”, “Titelfeld” und in ein “Fussfeld” unterteilt wird.
Alles altmodisch und unwichtig denkst du jetzt vielleicht! Jedoch tönt es wesentlich professioneller wenn du für die UBS ein 500 seitiges Buch über Finanzierungsgrundlagen gestaltet hast, und bei der Präsentation “Einschläge” an Stelle von “Einfasspapier” sagst…;-)
Natürlich will ich euch diese Buchseite nicht vorenthalten: Buchbände
Schuldigung für die schlechte Qualität, billiger Scanner…;-)
Ach ja, wundert euch nicht dass es diese Woche wenig bis keine Blogeinträge geben könnte, schtift hat Ferien!:-)
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