Noch nicht lange ists her, da bloggte ich über die jüngste schockierende Aids-Kampagne. Und schon wurde die nächste Kampagne mit Skandalpotenzial lanciert, diesmal von der Schweizerischen Invalidenversicherung. Die untestehenden Plakate wurden zu erst ohne die Subline in rot und ohne Bekennung der IV publiziert, was natürlich schnell für harsche Kritik sorgte. Einige Tage später wurden dann die Plakate inklusive Sublime aufgehängt. Ziel der Kapagne war die Beseitigung von Vorurteilen gegenüber Behinderten. Jedoch sind Behindertenorganisationen wie z.B. Pro Infirmis gegen die provokative Plakatkampagne: «Die positiven Aussagen ändern nichts», sagt Mark Zumbühl von Pro Infirmis. Die Kampagne falle in ein Umfeld, in dem jede Verdeutlichung die gängigen Vorurteile nur bestätige. Die positive Auflösung schaffe es nicht, diese Vorurteile zu beseitigen. Für Zumbühl zeigt sich: «Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint.».
Was meint ihr dazu? – Pietätslose Geldverschwendung oder «Hauptsache es wird darüber gesprochen»?



meint:
November 9th, 2009 at 14:41
Hui, da bin ich gar nicht der gleichen Meinung wie Herr Zumbühl von ProInfirmis! Die Äusserung, dass jede Äusserung nur die gängigen Vorurteile bestätige, finde ich völlig falsch… Dass Vorurteile gegenüber Behinderten bestehen, ist leider ein Fakt. Und eine Plakatkampagne kann ein gutes Mittel sein…. Nur, und jetzt kommt meine Kritik: Die Werber haben hier eine Aufklärungskampagne mit einer “billigen” Image-Kampagne verwechselt! Echt unprofessionell!
Grundsätzlich finde ich den Schock- versus Auklärungssatz passsend, nur hätte ich mir auf der unteren Zeile anstatt mittelmässigen Marketing-Sprüchen echte Fakten zur Leistungfähigkeit von Behinderten gewünscht!